Architekten erreichen: Was bei Architekten im Regal steht.

André Brömmel, 10. September 2019
Auf den Punkt:

Broschüren, Kataloge und Produktmuster sind in Architekturbüros noch immer vorhanden.

Auf die Frage, ob gedrucktes Material von Architekten noch immer gewünscht sind, antwortete einer deutlich, dass es „ohne gar nicht geht.“

Punktmacher arbeitet für Unternehmen, die in den Branchen Bau, Architektur, Handwerk und Wohnen tätig sind. Besonders  häufig wird die Frage gestellt, wie Architekten erreicht werden können. Diese Frage stellen nahezu alle Unternehmen, weil Architekten immer zur Zielgruppe gehören – nicht immer als primäre Zielgruppe definiert, aber mindestens tertiär (an dritter Stelle). Weil die Zielgruppe der Architekten stark nachgefragt ist, ist die Zahl der Medien entsprechend groß. Punktmacher hat sich auf Hochbauarchitekten beschränkt. Davon sind in Deutschland 116.703 bei der Architektenkammern eingetragen (Quelle: Bundesarchitektenkammer, Stand 01/2019). In Summe sind es 135.111 eingetragene Architekten in Deutschland insgesamt (dazu zählen Hochbau, Landschafts-, Innenarchitekten und Stadtplaner).

Die Zielgruppe der Architekten gehört in Deutschland vermutlich zu eine der meist umworbenen Zielgruppen überhaupt.

André Brömmel, geschäftsführender Gesellschafter Punktmacher GmbH

Die Bundesarchitektenkammer wies 01/2019 insgesamt 116.703 eingetragene Hochbauarchitekten aus. Die gesamte Statistik ist hier einzusehen.

 

Der Architekt, die eierlegende Wollmilchsau

Die Frage, die man sich stellen kann, ist diese: Wie bewältigt ein Architekt das alles? Mitunter 9 Phasen der HOAI bieten und umsetzen u.a. vor Ort auf den Baustellen, mit Handwerkern, TGA, Statikern und Kunden sprechen, Herstellerinformationen sichten, verstehen, anwenden, neue Themen im Unternehmen integrieren wie zum Beispiel BIM (Building Information Modelling), neue und bestehende Bauvorschriften kennen und anwenden sowie regelmäßige Fortbildungen besuchen (Stichwort Punkte). Die Liste ist viel länger, die Ansprüche hoch.

Architekten müssen sich verlassen (können). Hersteller und Dienstleister sind hier in der Pflicht.

Das reale Regal im Architekturbüro

Trotz aller Digitalisierung, ist längst nicht alles digital. Spätestens beim Materialmuster hört es mit der Digitalisierung auf. Reale Produktmuster sind in Sachen Haptik, Gewicht, Materialität, Optik bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen etc. nicht substituierbar. Stattdessen sind sie zwingend nötig, um Kunden von entsprechenden Produkten zu überzeugen.

Ein Regal, das gern und viel genutzt wird. Hier: eines von mehreren Regalen in einem Architektur-Büro mit 8 Angestellten.

 

Möglichkeiten für Hersteller, (Hochbau-)Architekten zu erreichen

Unumstritten sind die meisten Architekten wissbegierig und interessiert an Gestaltung, Historische Bauten, Statik, Materialien und deren Kombination untereinander, vielfach an Kunst oder Theater. Das macht sie im positiven „anfällig“ für Veranstaltungen wie Architektur-Exkursionen, Besichtigungen, Incentives, Vorträge oder Fachbeiträge zu außergewöhnlichen Bauwerken. Unternehmen können hieran anschließen und Produktinformationen intelligent mit zuvor genannten Interessen kombinieren. Was trivial klingt, erfordert Denkarbeit und Kreativität, damit diese Information auch ankommt und nicht als „werblich“ wahrgenommen wird. Denn dann würde der sog. Impact deutlich geschmälert.

3D-Simulationen, Augmented Reality, Online-Kataloge vs. Katalog und Produktmuster

Die Digitalisierung in der Informationsverarbeitung hat große Sprünge gemacht. Man könnte annehmen, dass die gedruckte Broschüre damit überflüssig geworden ist. Darüber hinaus sind die Unternehmen gut beraten, wenn sie für haptische und visuelle Eindrücke sorgen. Die Entwicklung der Druckindustrie in Deutschland lässt zwar in den letzten 10 Jahren (2008 bis 2017) einen Trend erkennen, allerdings ist dieser längst nicht so stark ausgeprägt wie zu vermuten wäre:

2008 • Gesamtumsatz: 21,994 Mrd. Euro • Zahl der Betriebe: 10.710 • Zahl der Beschäftigten: 172.170 • Summe der Druckerzeugnisse: 16.458 Mio. Euro (Quelle: print.de)

2017 • Gesamtumsatz: ca. 20,8 Mrd. Euro • Zahl der Betriebe: 8.084 • Zahl der Beschäftigten: 133.567 • Summe der Druckerzeugnisse: 12.709 Mio. Euro (Quelle: print.de)

Wie Kaufentscheidungen beeinflusst werden – Tastsinn am Ende?

Unserer Meinung nach ist der Einfluss des Tastsinns auf Entscheidungen in den letzten Jahren gestiegen. Reale Produktmuster in physischer Form sind dabei nur eine Form. Die Druckindustrie hat Materialien und Veredelungen weiterentwickelt und schafft es heute, Produktoberflächen herzustellen, die vom Original kaum zu unterscheiden sind. Und zur Haptik zählt mittlerweile auch das „digitale Erlebnis“ z.B. bei Anwendungen im Bereich Augmented Reality. Wenngleich das Anfassen nicht real geschieht, führt die Kombination von Sehen und Tasten im virtuellen Raum zu einem Erlebnis, das der Sehsinn allein nicht erzeugen könnte. Fazit: Für den Architekten ist der Tastsinn wichtiger als Erhebungen erkennen lassen und steht unserer Meinung nach direkt hinter dem Sehsinn. Ist dem so bzw. stimmt diese These, so rechtfertigt diese auch den Einsatz von Materialmustern durch Hersteller.

 

André Brömmel, 10. September 2019
Auf den Punkt:

Broschüren, Kataloge und Produktmuster sind in Architekturbüros noch immer vorhanden.